Berufliche Rehabilitation
Die berufliche Bildung verstehen wir als einen kontinuierlichen, bereichsübergreifenden Prozess. Die Menschen mit Behinderung, die zu uns kommen, sollen befähigt werden, Arbeit als wichtigen Bestandteil für ihre soziale Integration und als wichtige Voraussetzung für ihre Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbestimmung und Teilhabe zu begreifen. Durch einen personenzentrierten Ansatz möchten wir den Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte berufliche Identität vermitteln.
Individuelle Lösungen
Gemäß den gesetzlichen Vorgaben werden im Berufsbildungsbereich Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben sowie angemessene Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit des Menschen mit Behinderung durchgeführt.
- der Entwicklung sozialer Kompetenzen,
- der Übernahme von Verantwortung,
- der Übernahme von lebenspraktischen Aufgaben,
- dem Erwerb, der Erhaltung und der Verbesserung von Kulturtechniken,
- Maßnahmen zur Unfallverhütung und zur Arbeitssicherheit und
- den arbeitsbezogenen Fähigkeiten.
Die berufliche Rehabilitation dauert in der Regel 27 Monate und ist in das Eingangsverfahren und den Berufsbildungsbereich unterteilt.
Eingangsverfahren
Die Aufnahme in den Berufsbildungsbereich findet zumeist über das Eingangsverfahren statt. Hier soll zunächst geprüft werden, ob die Werkstatt die geeignete Einrichtung zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben gemäß Sozialgesetzbuch (§ 40, § 136 SGB IX ) ist. Dieses geschieht durch Orientierung, Kennenlernen der Werkstatt sowie die Ermittlung und Erhebung von Fähigkeiten und Kompetenzen.
Ziel ist die Planung einer geeigneten beruflichen Maßnahme. Diese erfolgt im Trialog mit dem Teilnehmer, dem Bildungsbegleiter und der pädagogischen Fachkraft und wird in einem Eingliederungsplan festgehalten und im Berufsbildungsbereich weiter fortgeschrieben.
Berufsbildungsbereich
Im Berufsbildungsbereich werden Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben und zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit des Menschen mit Behinderung durchgeführt.
Wir unterscheiden dabei die Basismodule, die der Förderung von Kern- und Schlüsselqualifikationen dienen von den Fachmodulen.
- Werkstoffkunde,
- Maschinen- und Gerätekunde,
- Arbeitssicherheit/Hygiene,
- Verwaltung/Organisation und
- Arbeitstechniken.
Darüber hinaus bieten wir ein umfangreiches Angebot an Ausgleichsmaßnahmen an. Hierzu zählen neben ergotherapeutischen Angeboten auch Maßnahmen aus Kunst, Musik, Theater und Sport.
Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt
Der Bereich der beruflichen Bildung und Qualifizierung ist organisatorisch eine selbstständige Einheit. Die Einheit kooperiert mit dem Arbeitsbereich sowie mit Integrationsbetrieben und externen Kooperationsbetrieben aus Industrie, Dienstleistung, Handwerk und Handel − zum Beispiel mit Kaufhof, REWE, Obi, Lidl, Oktalite und Alive. Die Maßnahmen werden ganz oder teilweise in die einzelnen Arbeitsbereiche und Betriebe integriert, sodass Hospitationen und ein fließender Übergang in verschiedene Arbeitsfelder und schließlich in den allgemeinen Arbeitsmarkt möglich werden.
Integrationsberatung
Um das Ziel des Tätigwerdens auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erreichen, setzen wir auf frühzeitige Beratung und ein personenzentriertes Übergangsmanagement. Hierzu zählen die Begleitung und Schulung von Bewerbungen, die aktive Akquise von potenziellen Betrieben und Arbeitsplätzen sowie die kontinuierliche Einbeziehung und Rücksprache mit den Arbeitsagenturen/Arbeitsgemeinschaften und Integrationsfachdiensten.
Arbeitsbereich
Wir bieten den Menschen, die nach der beruflichen Rehabilitation keine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aufnehmen können, die Möglichkeit, im Arbeitsbereich der Werkstatt dauerhaft tätig zu bleiben. Dabei ist uns, unserem Leitbild entsprechend, die Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen weiterhin ein großes Anliegen.
