/// Alexianer Kulturzeit im Interview: 
„Ihr seid nicht alleine, auch wenn Ihr das manchmal glaubt“

Bereits im Alter von 12 Jahren begann Elias J. Connor mit dem Schreiben. Immer dann, wenn es ihm seelisch nicht gut ging. Dann flüchtete er sich in Traumwelten und baute sich dort seine eigene kleine, sichere Welt auf.

Buchautor Elias J. Connor im Interview | Foto: Schulte

Familiäre Probleme waren der Grund – eine schöne Kindheit wurde ihm leider verwehrt. Doch das Schreiben gab ihm die Hoffnung irgendwann ein besseres Leben zu führen, ließ ihn das Unschöne verdrängen.
Einschneidende Erlebnisse verfolgten ihn auch in seinem Leben als Erwachsener, die ihn schlussendlich in die Alkoholabhängigkeit brachten. Unerfüllte Liebesbeziehungen, zerrüttete Familienverhältnisse, der Verlust des eigenen Kindes als auch nicht vorhandene soziale Kontakte.

Doch dann trat seine Patentochter in das Leben des Buchautors. Eine zufällige Begegnung, die sein Leben von jetzt auf gleich positiv veränderte und sein Leben wieder lebenswert machte. Eine starke Beziehung, in der man sich gegenseitig Kraft und Halt gab, die eigenen Stolpersteine beiseite zu schaffen und sich so zu akzeptieren, wie man ist. Ein Kind, das er selbst innerhalb einer Beziehung verloren hatte und in ihr wiederfand. Durch sie fasste er neuen Lebensmut, begann einen Entzug und hörte auf mit dem Trinken. Auch war sie diejenige, die ihm zum Schreiben ermutigte.

Begonnen mit Kurzgeschichten aus dem Mainstream-Genre Fantasy, wagte er dann im Jahre 2011 ein neues Experiment und schrieb sein erstes Sozialdrama unter dem Titel „Ellis Baxters Tagebuch“. In seinen Dramen beleuchtete er verschiedene sozialkritische Themen, wie Mobbing oder Drogensucht. Durch die Auseinandersetzung mit den Genres bemerkte er, dass das pure Leben, offen, ehrlich, direkt und manchmal tabuisiert und grenzenlos doch die besten Geschichten schreibt. Auch seine eigene Geschichte floss immer mehr in sein Schreiben ein.

Im Jahre 2014 fasste er wiederum, mit der Unterstützung und dem Zuspruch seiner Patentochter, den Mut, seine Geschichten über die Plattform Self Publishing zu veröffentlichen. Self-Publishing bedeutet wörtlich übersetzt Eigen- oder Selbstverlag. Autoren veröffentlichen ihre Bücher und eBooks im Rahmen des Self-Publishings nicht mit einem klassischen Buchverlag, sondern bringen sie mithilfe von Self-Publishing-Plattformen selbst auf den Markt. Für ihn eine gute Methode, um ein ehrliches Feedback für seine Arbeit zu erhalten. Mit Erfolg! Seine Sozialdramen fanden positiven Anklang bei den Lesern. Diese waren gefesselt von der spürbaren Realität in seinen Büchern. Eine Leserin rezensierte zu seinem Buch „LEON

LUDWIG“ – „Es sei unglaublich, dass dies eine frei erfundene Geschichte sei“. Für Elias J. Connor sind seine Bücher und Geschichten eine Möglichkeit, seine Träume immer wieder zu erleben. Ich bin ein Teil dieser Geschichten und glaube an Dinge, die andere nicht für wahr halten, so Connor. 2015 veröffentlichte er seine erste gedruckte Version.

Auch wenn ihn ein Alkohol-Rückfall 2016 kurz den Boden unter den Füßen wegriss, hat er weiter gemacht, weiter geschrieben, weiter gekämpft. Er ist trockener Alkoholiker und möchte daraus auch kein Geheimnis mehr machen. Es ist ein Teil seines Lebens. Mit seinen Geschichten möchte er die ermutigen, denen Ähnliches widerfahren ist und die vielleicht noch unter dem Schatten ihrer dunklen Vergangenheit liegen. Sein Appell an diejenigen lautet „Es gibt immer Menschen, die an einen glauben und wissen, dass ihr das Recht darauf habt, gehört zu werden. Ob Sucht, Misshandlung, psychische Erkrankung oder andere schwierige Lebenslagen. Ihr seid nicht alleine, auch wenn ihr das manchmal glaubt.“

Mittlerweile hat Elias J. Connor rund 20 Bücher geschrieben. Nicht alle lesbar, wie er sagt. Aber allein die Arbeit, die Emotionen, die in diesen Büchern stecken, lassen einen nur ansatzweise erahnen, was er für Höhen und Tiefen erlebt hat, aber auch was das Schreiben für ihn bedeutet. Es ist eine Art Therapie, ein innerliches Gefühl, das ihn weiter vorantreibt. Von diesem Gefühl lässt er sich leiten, schreibt auch nicht immer am Stück, teilweise unterbricht er für mehrere Wochen und gönnt sich Pausen.

Ein besonderer Dank möchte er an dieser Stelle seiner Patentochter aussprechen. Sie ist der wichtigste Mensch in seinem Leben, das spürt man ganz deutlich in seinen Erzählungen. Sie unterstützt ihn, begleitet ihn als Co-Autorin und ist auch maßgeblich an der Veröffentlichung seiner Reihe „UNDERGROUND“ und „ENDSTATION“ beteiligt. Das Werk „ENDSTATION“ liegt Elias J. Connor ganz besonders am Herzen, da es auf einer wahren Begebenheit beruht und einen Teil seiner eigenen Geschichte widerspiegelt. Es ist somit eine Art Offenbarung seiner selbst.

Auch uns, den Alexianer Werkstätten, möchte er danken. Dafür, dass wir ihn in seinem Arbeitsalltag begleiten, sein Talent zu Schreiben fördern und ihn ermutigen mit seiner Geschichte in die Öffentlichkeit zu gehen.
Für alle Leser, deren Interesse wir nun geweckt haben. Sie werden voraussichtlich noch in diesem Jahr in den Genuss kommen, den ersten Teil seines Werkes „ENDSTATION“ bei einer geplanten Lesung im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe, der Alexianer Kulturzeit, kennenzulernen. Termindetails folgen.

Wer bis dahin nicht warten möchte. Den 1. Band der Reihe „ENDSTATION - Hinter unserem Horizont 1“ gibt es bereits als eBook-Version bei Amazon zu kaufen. Unter dem Namen „Elias J. Connor“ finden Sie natürlich noch viele weitere, tolle Werke.

Die gedruckte Version des 1. Bandes der Reihe „ENDSTATION“ wird im Mai/Juni 2019 über den indayi edition Verlag Darmstadt veröffentlicht, der 2. und 3. Band folgen im Herbst und Winter.
Danke, an Elias J. Connor für das interessante Interview. (js)

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