AKTUELLES AUS KÖLN

/// Galeria Kaufhof – Vorreiter für erfolgreiche Integration

Galeria Kaufhof, uns allseits bekannt als Traditionsunternehmen und älteste Warenhauskette Deutschlands – was aber viele nicht wissen, Galeria Kaufhof ermöglicht Menschen mit Behinderungen die Integration in ihr Unternehmen und das seit vielen Jahren sehr erfolgreich.

August Boffenrath (Betriebsleiter Logistik, Galeria Kaufhof) mit konfektionierten Getränkeboxen, Foto: Schulte

Beschäftigte der Alexianer Werkstätten an ihrem Arbeitsplatz, Sortierung von Sicherheitsetiketten, Foto: Schulte

Roland Klingenhäger, Gruppenleiter der Alexianer Werkstätten bei der Außengruppe Galeria Kaufhof, Foto: Schulte

Wir  besuchten das Lager- und Logistikzentrum in Köln-Porz und trafen dort August Boffenrath, Betriebsleiter der Logistik. Er arbeitet in dieser Funktion bereits seit 2001 bei Galeria Kaufhof und ist seit 2003 mit der Außenarbeitsgruppe der Alexianer Werkstätten Köln betraut. Seit nunmehr 15 Jahren arbeiten Beschäftigte der Alexianer Werkstätten Köln auf betriebsintegrierten Außenarbeitsplätzen (BiAPs) bei Galeria Kaufhof. Sie unterstützen bei der Verpackung und Konfektionierung von Kleinstkomponenten. Von Geschenkesets, Preisschildern, Kunststoffbehältern bis hin zur Sortierung von Sicherheitsetiketten, dem Kerngeschäft unserer Beschäftigten. Sie sind dort vielseitig im Einsatz

Doch die Integration von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen war kein einfacher Weg, so Boffenrath. Er brachte zwar erste Erfahrungen aus seinen vorigen beruflichen Tätigkeiten in Belgien und Aachen mit, aber das gewünschte Arbeitsmodell war bisher nicht wirklich bekannt und erprobt. Dennoch begab er sich 2003 auf die Suche nach einer Behindertenwerkstatt als Kooperationspartner, um dem Wunsch der Integration von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen in seinem Unternehmen, näher zu kommen.

Im Zuge seiner Kontaktaufnahme mit den verschiedensten Einrichtungen, traf August Boffenrath dann auf die Behindertenwerkstatt der Alexianer Werkstätten am Standort in Köln-Bickendorf, die den Versuch mit ihm wagen wollten. Die Alexianer bemühten sich gemeinsam mit ihm das neue Arbeitsmodell zu implementieren – mit Erfolg. Das ursprüngliche „Experiment“ entwickelte sich zu einem erfolgreichen Arbeitsmodell und gelingt seit vielen Jahren. Mittlerweile arbeiten rund 20 Beschäftigte der Alexianer Werkstätten Köln im Logistikzentrum bei Galeria Kaufhof.

Damit die Zusammenarbeit gut funktioniert, werden den Beschäftigten, seitens Galeria Kaufhof, klare Regeln und Ziele vorgegeben, so wie es auch zwischen dem Unternehmen und den direkten Mitarbeitern gehandhabt wird. Zum einen natürlich, um die Normalität für die Beschäftigten der Alexianer Werkstätten zu wahren, aber auch, um die wirtschaftliche Orientierung in den Köpfen der Beschäftigten zu verankern. Gleichstellung ist Galeria Kaufhof auch beim Thema Vergütung ein Anliegen. „Wir zahlen das Endprodukt, egal ob es durch einen Beschäftigten der Werkstatt erarbeitet wurde oder durch einen unserer fest angestellten Mitarbeiter“, so Boffenrath. Es wurde aber – und das ist Herrn Boffenrath in all den Jahren immer sehr wichtig gewesen – auf individuelle Bedürfnisse der Beschäftigten Rücksicht genommen, wie beispielsweise den Zeitfaktor nicht in den Vordergrund zu stellen, um den Leistungsdruck zu verringern. Trotz gewisser Rücksichtsnahmen ist man mit der Qualität und Kontinuität absolut zufrieden. „Aus unserer Sicht ist es eine Win-Win-Situation“,  freut sich August Boffenrath.

Eines wird im Gespräch mit August Boffenrath und während des Rundgangs vor Ort deutlich: Für die Beschäftigten der Alexianer Werkstätten hat dieses Arbeitsmodell einen ganz klaren Mehrwert für ihre psychische Festigung, intrinsische Motivation und Alltagsstruktur. Sie fühlen sich aufgewertet, aufgenommen in einen für sie normalen Arbeitsalltag. Auch die Zusammenarbeit mit den Alexianer Werkstätten und den Anleitern vor Ort funktioniert reibungslos. „Sie sind sehr motiviert, zugleich kreativ und lösungsorientiert. Schlussendlich haben wir doch ein gemeinsames Ziel, Menschen mit Behinderungen eine Chance auf ein Stück Normalität zu gewähren, sie zu fördern, ihnen ein Sprungbrett in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu bieten“, so Boffenrath.

August Boffenrath wünscht sich für die Zukunft, dass die erfolgreiche Partnerschaft Bestand hat und man das Thema „Inklusives Arbeiten aller Menschen“ weiterhin gemeinsam vorantreibt.

Die Alexianer Werkstätten Köln bedanken sich bei August Boffenrath für die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit. Sie schätzen Galeria Kaufhof nicht nur als Kunde, sondern als loyalen Kooperationspartner und Vorreiter für das Thema Integration. (js)