AKTUELLES AUS MÜNSTER

Ausstellungseröffnung „MehrWert inklusive“ in der Alexianerwaschküche

Am 15. April 2019 eröffnet die Alexianer Waschküche ihre Ausstellung im Rahmen der Kampagne der Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsunternehmen „MehrWert Inklusive“. Die ausgestellten Kampagnenmotive zeigen Menschen mit und ohne Behinderung im Umfeld ihrer Arbeit unter dem Hashtag #ALLTAGSHELDEN.

Unter ihnen sind auch Mitarbeiter der Alexianer Waschküche, die zu diesem Anlass die Anwesenden mit kulinarischen Leckereien und Getränken versorgen und Inklusion vorleben. 

Gewicht bekommt das Thema auch durch die geladenen Gäste: Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, der die Ausstellung eröffnet; Gerhard Joksch, Bürgermeister der Stadt Münster; LWL-Sozialdezernent Matthias Münning und  Dr. Fritz Baur, 1. Vositzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Inklusionsfirmen e.V. (Bag if). Unter den Anwesenden finden sich außerdem zahlreiche Vertreter von Inklusionsunternehmen aus dem Münsterland. Durch die Veranstaltung führt Claudia Rustige (Geschäftsführerin der Bag if). Uta Deutschländer (Geschäftsführerin der Alexianer Textilpflege GmbH) erinnert in Ihren Willkommensworten an die Eröffnung der Waschküche vor 8 Jahren, auch damals war Minister Laumann zu Gast. Seitdem habe sich Einiges im Bereich der Inklusionsunternehmen getan. Die Alexianer Waschküche sei mittlerweile sowohl von den Gästen als auch von den anderen Unternehmen im Bahnhofsviertel voll akzeptiert.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion  (v. l. n. r.): Bürgermeister Gerhard Joksch, Dr. Fritz Baur (1. Vorsitzender Bag if), Claudia Rustige (Geschäftsführung Bag if), Uta Deutschländer, Karl-Josef Laumann, LWL-Sozialdezernent Matthias Münning, Dr. Hartmut Beiker (Vorsitzender des Stiftungskuratoriums der Alexianerbrüder), Olaf Gotthal (Betriebsleitung Alexianer Textilpflege)


Inklusionsunternehmen verpflichten sich, zwischen 30% und 50% der Arbeitsplätze mit Menschen mit Behinderung nach § 215 SGB IX zu besetzen und müssen sich dem Wettbewerb mit „regulären“ Unternehmen stellen. Ca. 900 Inklusionsunternehmen gibt es derzeit. Und doch haben es Menschen mit Behinderung sehr schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. – selbst mit akademischer Ausbildung, obwohl in der Wirtschaft 54.000 Arbeitsplätze für Schwerbehinderte nicht besetzt sind! „Ich kann mit der Situation nicht zufrieden sein“, gibt Minister Laumann unumwunden zu, verweist aber auch auf die jüngsten Erfolge: So wurde im Koalitionsvertrag festgelegt, dass 5% der Neueinstellungen in Unternehmen mit Sitz in NRW Schwerbehinderte sein müssen!

Alle sind sich einig, dass das Thema Inklusion mehr Aufmerksamkeit bekommen müsse, so seien Inklusionsunternehmen gute Beispiel für Unternehmen in der freien Wirtschaft. Besonders hervorgehoben wurde die öffentliche Aussschreibung unter Inklusionsunternehmen für die Kantine im Stadthaus 1 in Münster, welche die Alexianer mit ihrem Konzept „1648“ für sich entschieden. Die Bevorzugung von Inklusionsunternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen ist rechtlich explizit möglich. „Das 1648 wird nicht nur ein gastronomischer Erfolg, sondern auch ein Inklusionserfolg!“, ist sich Bürgermeister Gerhard Joksch sicher. Er betont wie gut der bereits am Stadthaus 1 stehende „Foodtruck 1648“ mit seinem Angebot ankomme. Minister Laumann erkennt in der Vergabe ein Paradebeispiel, dass er bekannter machen will.

Als Fazit können alle Beteiligten festhalten, dass bei allen der Wille die Inklusion voranzutreiben vorherrsche. „Inklusion muss man als etwas Natürliches ansehen“, trifft Bürgermeister Joksch den Nagel auf den Kopf. 

Wer nicht in der Waschküche sein konnte kann sich den WDR Lokalzeit-Beitrag über die Veranstaltung ansehen.